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Blackwater&CoosBayRy

Lokschuppen

Lokschuppen Blackwater

 

Ich habe lange gesucht, um für Blackwater einen Lokschuppen mit den richtigen Dimensionen zu finden, aber entweder waren die Bausätze zu lang, oder es fehlte der Werkstattbereich, den ich unbedingt dabei haben wollte.

Ich entschloss mich zum Selbstbau. In den  "Railroad-Line Forums" startete Rick gerade zu dem Zeitpunkt einen Thread zum Selbstbau eines Schuppens. Ich nutzte die Gelegenheit, las mich in die Materie ein, studierte die Fortschritte der anderen und entwarf dann ein Lastenheft:

  • Länge 26 cm
  • Breite 21cm, mit Werkstatt 27 cm
  • zweigleisig, ein Gleis mit Grube
  • Durchfahrt bei einem Gleis
  • Fachwerkbauweise mit Holzverkleidung

 

  • GrundplatteGrundplatte

Den Anfang machte eine Grundplatte aus 3mm Sperrholz, in der alle wichtigen Masse eingezeichnet und die Untersuchungsgrube ausgesägt wurde. Die Ränder der Grube entstanden aus 4x4mm Kiefernleisten (Baumarkt), wo dann rechtwinkelig von unten Holzleisten drangeklebt wurden.
Dazu kam ein Sperrholzboden und Leisten, als 'Stützen' eingeklebt. Hier seht ihr eine Detailaufnahme. Nächster Arbeitsschritt war das Fachwerk. Hier leistete die Wikipedia gute Dienste als Nachschlagewerk, musste ich mich doch erst ein Mal über den Aufbau eines Fachwerkes schlau machen. Die Rahmen entstanden dann aus 4x4mm Kiefernleisten, die Fensterrahmungen aus Balsaholzleisten. Nachdem ich anfangs mit Weissleim verklebt hatte, bin ich dann zu Sekundenkleber übergegangen.
  • UntersuchungsgrubeUntersuchungsgrube
Auf  dem  Bild rechts  sind alle Rahmen nach Seitenwänden sowie einer Mittelleiste (zwischen den beiden Gleisen) sortiert. Die Rahmen bekamen Farbe: eine Mischung aus Braun, Beige, Schwarz und Weiss, alles auf Acrylbasis und mit viel Wasser verdünnt. Als nächstes wurden die Schienenprofile eingebaut. Ich hatte mich bei der gesamten Anlage für Code 70 entschieden, und so kam auch hier diese Profilstärke zum Einsatz.

  • FachwerkrahmenFachwerkrahmen

  • Gleisprofile und WerkstattmontageGleisprofile und Werkstattmontage
Zuerst habe ich jeweils ein Stromanschlusskabel an jedes Profil gelötet, die Bodenplatte mit einem 3mm Bohrer durchbohrt und die Kabel nach unten gezogen. Dann wurden die Profile mit Montagekleber festgeleimt. Im Bereich der Grube habe ich mit Gleisnägeln (Spikes) für den Gleisselbstbau genagelt. Zum Schluss bekamen die Profile noch einen ersten rostroten Anstrich, ebenfalls eine eigene Mischung aus Acrylfarben.
  • Boden WerkstattBoden Werkstatt
Die ersten Rahmen wurden gesetzt: der komplette Werkstattbereich sowie die angrenzende Lokschuppenseite wurden verklebt. Dazu bekam der Werkstattbereich seinen Boden. Hierzu habe ich bei Feather Products in Zürich Holzplatten von Mt.Albert gekauft. Diese hatten schon 'Längsrillen', als Holzdielenboden. Ich habe noch jeweils quer eingeritzt, um Bretterstösse anzudeuten. Anschliessend wurden die restlichen Rahmen gesetzt.
 
  • kompletter Rahmenkompletter Rahmen
  • Boden verklebenBoden verkleben
 
  Hier seht ihr noch ein paar Detailaufnahmen. Der Boden wurde von mir erst gesetzt, als die Mittelleisten schon verklebt waren, und so war ein genaues Ausschneiden rund um die 'Holzpfeiler' angesagt.  
  • BodenproblemBodenproblem
Im Kreis markiert seht ihr ein Problem, was auftrat: Der Boden, mit Weissleim verklebt, fing an, sich an den Rändern zu heben. Ursache war die einseitige Feuchtigkeit (durch den Kleber). Meine Frau empfahl mir, die andere Seite einfach 'satt' mit Wasser einzupinseln. Siehe da: es funktionierte! Beim nächsten Bild seht ihr die Nagellöcher, die ich mit der Spitze eines Nagels in die Bodenplatten gedrückt habe. Nach einem Farb-Wasser-Überzug schön deutlich zu sehen. :)
  • BodendetailBodendetail
Als Schornstein hatte ich einen Dachlüfter auf dem Giebel eingeplant, und da ich keine Lust hatte, die feinen Rippen selbst auszusägen, wurde bei Ed Fillion von Deerfield River Laser dessen Bausatz bestellt. Gleichzeitig auch noch ein Fenster- und Türset. Dieses ist zwar fast komplett von GrandtLine, aber Ed konnte einfach am schnellsten liefern.  
Vom Rahmen- und Bodenbau kam ich nun also zu den Wänden. Der Werkstattbereich machte den Anfang. Dünne, 1mm 'dicke' Balsabrettchen aus dem Baumarkt wurden in 5mm breite Leisten geschnitten. Dies macht im Original 24cm-Bretter als Wandverkleidung. Ich denke, ein vernünftiges Mass. Die Leisten wurden eingefärbt, mit Sekundenkleber auf den Rahmen geklebt und dann noch mit Nagellöchern versehen und noch ein Mal nachgefärbt. Die Fensterrahmen wurden rot und etwas gealtert, doch dazu später mehr.
  • Fenster Werkstatt innenFenster Werkstatt innen
  • Fenster Werkstatt aussenFenster Werkstatt aussen
Die restlichen Fenster liessen auf sich warten, und so begann ich mit dem Dachstuhl. Zuerst wurden die 5 Sparren mit den Kehlbalken gebaut. Der Dachwinkel, und somit auch die Höhe, ergab sich dabei aus den Endteilen des Dachlüfters. Die Sparren wurden dann wieder mit den 4mm Kiefernleisten zu einem kompletten Dachstuhl zusammengesetzt, die Querlattung wurde aus 2mm Kiefernleisten aufgeklebt. Den Dachstuhl habe ich immer wieder probeweise auf den Rand draufgesetzt, um zu schauen, ob es auch passte.

 

 
  • Sparren und KehlbalkenSparren und Kehlbalken
  • Dachmontage 1Dachmontage 1
  • Dachmontage 2Dachmontage 2
Die noch zu erstellende Inneneinrichtung sollte natürlich zu sehen sein, und so hatte ich die Idee, den kompletten Lokschuppen in der 'Renovierung' zu zeigen. Während die linke Seite noch halbwegs gedeckt ist, liegt die rechte Hälfte des Dachstuhls offen, die Bretter werden ersetzt. Ich musste also nur die linke Seite mit Brettern (wieder die kleinen 5mm Balsastreifen) verkleiden. Um dem Ganzen die Renovierung nahe zu legen, wurden ganze Teile der Brettchen abgebrochen.
  • Dach mit Holz gedecktDach mit Holz gedeckt
  • Dach mit TeerpappeDach mit Teerpappe
Die Teerpappe, eigentlich als Wetterschutz über dem Ganzen, existiert auch nur noch in Fetzen. Hergestellt ist sie aus Streifen von 800er Schleifpapier, per Hand an den Rändern eingerissen und anschliessend mit der Airbrush eingefärbt.
Inzwischen waren die fehlenden Fenster eingetroffen. Ich verwende hier die "Engine house Windows" #3714 von GrandtLine. Die Fenster wurden ohne Grundierung direkt mit der Airbrush rot lackiert. Anschliessend kratzte ich mit einem scharfen Cutter-Messer vorsichtig Teile der Lackierung wieder ab, damit ein verwitterter Zustand mit abgeblätterter Farbe zu sehen ist. Die Glasscheiben, aus klarer 0.1mm Plastikfolie ausgeschnitten, bekamen in einigen Sprossenfenstern Glasbruch verordnet:
  • Fensterdetailierung1Fensterdetailierung1
  • Fensterdetailierung2Fensterdetailierung2
Teilweise nur mit Rissen, manchmal ganz oder auch nur in Teilen fehlend. Danach wurden die eingeklebten Scheiben mit einer verdünnten Schicht Grau aus der Airbrush eingenebelt. Bevor die Farbe trocknen konnte, habe ich mit einem nassen Pinsel ein paar Scheiben gesäubert. Der Eindruck von teilweise geputzten Scheiben kommt hoffentlich gut rüber.
 
  • Seitenwand fertigSeitenwand fertig
  • eingebaute Fenstereingebaute Fenster
  • Eingang WerkstattEingang Werkstatt
 
Die Inneneinrichtung habe ich bei Rusty Rail sowie bei Scalelink gekauft. Rick von Rusty Rail stellt seine Sachen aus Resin her, während man beim englischen Scalelink eine grosse Auswahl an Figuren und Accessoires aus Weissmetall findet. Neben Werkbänken und einzelnem Werkzeug auch Figuren, wobei besonders Phoenix (unter S&D vertrieben) sowie Omen zu nennen sind.

  • vorher - nachher 1vorher - nachher 1
  • vorher - nachher 2vorher - nachher 2
  • vorher - nachher 3vorher - nachher 3
Hier seht ihr Teile meiner Inneneinrichtung, im vorher - nachher Modus fotografiert.

 

(wird fortgesetzt)

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