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Weichenbau

Weichenbau - Kitbash

Kleine Weichenkunde
Nordamerika-Mitteleuropa

Hier geht es mir nicht um's Original (da schaut lieber in die Wiki für Mitteleuropa bzw. Nordamerika), sondern um die Unterschiede bei der Modellbahn: Hier in Mitteleuropa werden Modellweichen nach zwei Werten benannt: Der Abzweigwinkel in Grad sowie der Radius des Abzweiggleises (z.B. hat die Peco-Weiche SL 395 einen Winkel von 14° und einen Radius von 457mm). In Nordamerika werden die Weichen "durchnummeriert". Eine Weiche #5 hat z.B. eine Abweichung von 1 Einheit in 5 Einheiten vom Herzstück. Um so grösser die Nummer, umso schlanker die Weiche. Eigentlich ganz einfach...

0n30 ist eine wunderbare Spurweite und Grösse, hat aber für uns Europäer einen Nachteil: Bei Weichen muss man mit Kompromissen planen. Entweder greift man zu H0-Weichen, wobei man sich aber darüber klar sein sollte, dass die Schwellen zu klein, zu kurz und zu dicht zusammen sind; oder man hat nur die Auswahl zwischen Peco und MicroEngineering. Bei Peco hat es je eine rechte und eine linke Weiche sowie eine Aussenbogenweiche. Alle drei in Code 100 und damit vom Gleisgewicht für Schmalspur zu schwer. MicroEngineering hat auch jeweils eine rechte und linke Weiche im Angebot, aber jeweils in Code 70 oder 83, und damit realistischer.

Aber beide Angebote schränken den Gleisplan doch massiv ein.

Was also tun?

Gleisselbstbau, wie in den USA recht weit verbreitet?

Ich muss zugeben, ich habe damit geliebäugelt. Das Angebot von Fast Tracks aus Kanada ist sehr gross, und nebenbei erklärt Tim Warris die Vorgehensweise vorbildlich in Schrift und Video. Aber über 40 sichtbare Weichen komplett selber bauen?

Nein danke!

Irgendwann hatte ich dann eine Idee, die ich glaube relativ einfach realisieren zu können: Der Umbau von H0-Weichen zu 0n30. Geplant am Walthers/Shinohara Angebot (es hat 27(!!) verschiedene Weichen und Kreuzungen), habe ich mir zu Testzwecken zwei Weichen bestellt. Dazu wurden bei Tim Warris dessen PC Board und Wood Ties sowie Schienennägel geordert. Alle benötigten Einzelteile sind auf dem Foto zu sehen.

Weichenbau 1_kl

Ich habe keine Lust, Weichenzungen, Radlenker oder Herzstücke zu feilen und zu löten. Die notwendige Genauigkeit hierbei ist ja immens wichtig, um Entgleisungen vorzubeugen. Meine Idee ist nun, bei der Walthers-Weiche die Schwellen auszutauschen. Damit dies am Basteltisch geschehen kann und um dem Ganzen eine zusätzliche Stabilität zu geben, benutze ich die PC Boards (= printed circuit boards = PCB) von Fast Tracks. Dies sind in Schwellengrösse zurecht geschnittene Stücke aus Fiberglas, auf beiden Seiten mit einer hauchdünnen Kupferschicht überzogen.

An Hand einer ausgedruckten Weichenschablone ( auch von Fast Track) werden die Plastikschwellen nach und nach mit einem Seitenschneider entfernt. An deren Stelle kommen nun die PCBs. Die Rückseite der Schienenprofile bekommen an der Stelle, wo die Schwelle hinkommt, einen kleinen Klecks Lötflussmittel. Die Schwelle wird aufgelegt und mit dem Lötkolben mit etwas Zinn festgelötet. Beim Zurechtschneiden der Schwellen bitte daraif achten, dass 1. im Bereich der Schnittstelle keinerlei Verbindung zwischen der oberen und unteren Kupferbeschichtung besteht und das 2. in der Schwellenmitte mit einer Feile oder ähnlichem ein Unterbruch in den Kupfer eingearbeitet wird.

Beides ist wichtig, um Kurzschlüsse zu vermeiden!

Die PCBs kann man einfach mit dem Seitenschneider auf die richtige Länge bringen. Dabei darauf achten, das man nach Möglichkeit im 90° Winkel schneidet. Schräg abgeschnittene Schwellen schauen nicht gut aus. Die Schnittstelle wird anschliessend mit einer kleinen Feile (oder auf Sandpapier) geglättet. Dabei schaut man direkt danach, das sich Ober- und Unterseite nicht berühren. Der Einschnitt in der Mitte wird an der Schablone markiert und ebenfalls eingefeilt. So vorbereitet, geht's an die Montage.

 

  • erste Schwelle getauschterste Schwelle getauscht
Links sieht man die Rückseite meine #2.5 Wye, mit der ersten Schwelle in PCB. Auch kann man gut erkennen, dass die Walthers-Weichen Stromverbindungen zwischen den Gleisen haben. Ich habe diese Verbindungen abgeschnitten und verschliffen, durch die blanken Stellen an den Profilen gut zu erkennen.
  • fast alle PCB eingesetztfast alle PCB eingesetzt
Auf diesen beiden Bildern seht ihr alle wichtigen Schwellen gegen solche aus PCB ausgetauscht, nur die Stellschwelle (Throwbar) ist noch aus Kunststoff. Die Lage der Tauschschwellen ist auf den Schablonen gekennzeichnet, so das eine grösstmögliche Stabilität vorhanden ist.
  • von der Rueckseitevon der Rueckseite
  • Unterbruch in den SchwellenUnterbruch in den Schwellen
Hier sieht man sehr gut den kleinen Unterbruch in der Kupferschicht, der verhindert, das es zu einem Kurzschluss kommt. Ob ich diese kleinen Einschnitte so lasse oder zuspachtel, werde ich später, bei der Lackierung entscheiden.
 

 

( wird fortgesetzt... )

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